Agility

               Ziellsprung

Agility (engl. Wendigkeit, Flinkheit) ist eine Hundesportart, die ursprünglich aus England stammt. Kernstück ist die fehlerfreie Bewältigung einer Hindernisstrecke in einer vorgegebenen Zeit. In den 1980er Jahren kam diese Sportart auch nach Deutschland. Agility gehört zu den weltweit etablierten, modernen Hundesportarten und wird von sehr vielen Hundesportvereinen angeboten. Agility wird inzwischen auch mit anderen Tieren, wie zum  Beispiel Katzen, betrieben, hat dort aber nicht die Verbreitung wie im Hundesport.

Geschichte

Bei der Crufts Dog Show 1977 wurde der Brite Peter Meanwell gefragt, ob er einen Pausenfüller organisieren könnte. Dieser ließ sich vom Pferdesport inspirieren und entwickelte ein Springturnier für Hunde als Wettkampf. Dazu mussten hundgerechte Hindernisse gebaut und die ersten Regeln  entwickelt werden. 1978 kam es zur ersten Präsentation mit zwei Teams.  Die Begeisterung des Publikums war so groß, dass beschlossen wurde, die Veranstaltung im nächsten Jahr fortzuführen; jetzt waren sogar Ausscheidungskämpfe im Vorfeld nötig, um die drei besten Teams präsentieren zu können. Schnell wurde diese neue Sportart zum  Selbstläufer und fand weltweite Verbreitung.  Mittlerweile gibt es auch deutschland- bzw. österreichweit zahlreiche Wettkämpfe von kleineren Vereinsmeisterschaften über Landesmeisterschaften bis hin zu Bundesmeisterschaften. Teams starten bei Agility-Weltmeisterschaften verschiedener Organisationen: IFCS, IMCA und FCI (letztere ausschließlich für Rassehunde mit FCI-Papieren) bzw. Agility-World-Cup und European Open (einer Veranstaltung der FCI), wo auch Mischlinge starten dürfen.

Beschreibung

Grundprinzip

 

 Schema eines Agilityparcours, bestehend aus mehreren Hürden, Laufsteg,  Tisch, Tunnel, Weitsprung, Wippe, A-Wand, Reifen und Slalom. Der Start  befände sich beispielsweise an der oberen linken Ecke, das Ziel unten links.

Agility.ogg 

 Ein kompletter Lauf in der höchsten Leistungsklasse A3 bei einem Wettbewerb. Auch für den Laien gut zu erkennen ist hier der Einsatz der  Führhand durch den Hundeführer.

Der Hund durchläuft, geführt vom Hundeführer, einen Parcours, der aus bis zu zwanzig verschiedenen Hindernissen  zusammengestellt ist. Hierbei ist zwischen dem Lauf und dem  Jumping zu unterscheiden. Beim A-Lauf gibt es außer einfachen Sprunghürden auch Kontaktzonengeräte, die beim Jumping fehlen. Das Team (Hund und Führer) muss Geräte wie  Tunnel, Weitsprung und Slalom in vorgegebener Reihenfolge  schnellstmöglich und fehlerfrei bewältigen.

Dieser Sport ist für die meisten Hunde geeignet. Sehr große Hunde  sind allerdings selten, einerseits aus gesundheitlichen Gründen,  andererseits weil sie in Wettbewerben eher chancenlos sind. In der  Klasse Maxi bzw. Large sieht man sehr oft wendige Hunde wie Border Collies und Belgische Schäferhunde. Die Hunde müssen über einen guten Grundgehorsam verfügen und dürfen keine Schädigungen des Bewegungsapparates aufweisen.

Das wichtigste beim Agility sind der Spaß und die sportliche Aktivität. Daher muss gewährleistet sein, dass der Hund gesund ist und nicht überfordert wird. Anhänger dieser Sportart betonen: Agility is fun!

Der Hund läuft im Parcours frei (ohne Halsband und Leine) und darf vom Hundeführer während des Laufs nicht berührt werden. Er wird  ausschließlich über Hörzeichen (Stimme) des Hundeführers und dessen Körpersprache geführt. Die Hindernisse im Parcours sind nummeriert und genau in dieser Reihenfolge zu absolvieren. In jeder Prüfung wird der Parcours  anders gebaut. Die Planung liegt beim Leistungsrichter, der später die einzelnen Mensch-Hund-Teams bewertet. Ausgelassene oder in der falschen  Reihenfolge genommene Hindernisse führen zu einer Disqualifikation des Teams für den jeweiligen Lauf. Stoppt der Hund vor einem Hindernis  oder bricht seitlich aus, wird das als Verweigerung bezeichnet (Details  stehen in den jeweiligen Prüfungsordnungen); der Hund muss dieses Hindernis bewältigen, bevor er zum nächsten läuft. Nach dreimaligem Verweigern wird das Team disqualifiziert. Verhaltensmängel des Hunds oder auch Fehlverhalten des Hundeführers (zum Beispiel Misshandlung des  Hundes oder Missachtung des Leistungsrichters) führen nach  entsprechender Entscheidung des Leistungsrichters zu einem Ausschluss des Teams von der Veranstaltung.

Für die Absolvierung des Parcours steht dem Team eine vorgegebene  Standardzeit zur Verfügung. Jedoch ist die Standardzeit nur als Vorgabe zu sehen und die Schnelligkeit darf nicht als hauptsächliches Kriterium gesehen werden. Agility ist kein Geschwindigkeitslauf, sondern ein  Geschicklichkeitslauf. Bei übereinstimmenden Ergebnissen geht die  Entscheidung zu Gunsten des Hundes, der die geringeren Fehler an den  Hindernissen hat. Nur im Falle gleicher Anzahl von Fehlern an den  Hindernissen berücksichtigt man bei der Reihung die bessere Zeit.

Das Absolvieren des Parcours setzt ein hohes Maß an Geschick bei Mensch und Hund voraus. Vor allem in den hohen Leistungsklassen führen bereits kleinere Führfehler des Hundeführers oder eine kurze Unaufmerksamkeit des Hundes leicht zu Fehlern, die eine Disqualifikation nach sich ziehen können. Genau diese Notwendigkeit exakter  Zusammenarbeit des Teams macht aber einen Großeil des Reizes dieser Sportart für die Aktiven aus. Das Team stellt sich sehr fein aufeinander ein. Jeder beobachtet den anderen und beachtet winzige Hinweise seines Sportpartners. Dieses Zusammenspiel wirkt sich auf die gesamte  Mensch-Hund-Beziehung aus und beeinflusst diese positiv.

Führtechniken

Im Gegensatz zu anderen Hundesportarten wird der Hund beim Agility wechselnd an beiden Körperseiten geführt; dadurch kann der Laufweg des  führenden Menschen verkürzt werden und der Parcours vom Hund schneller  bewältigt werden. Im Gegensatz zum teils ähnlichen Turnierhundsport läuft der Hund auch nicht auf der gleichen Höhe wie der Mensch, sondern eilt ihm voraus oder bleibt kurzzeitig hinter ihm, ohne dabei den Kontakt zu verlieren. Der Hundeführer versucht das Tier immer im Blick zu haben, auch wenn er die Führhand wechseln muss, der Hund also auf die andere Körperseite des Hundeführers kommt. Dazu nutzt das Team bestimmte Techniken des Wechsels:im Belgischen Wechsel (Wechsel vor dem Hund) wird in einer Wende die Führhand gewechselt, um den Blickkontakt zum Hund beizubehalten.  Dieser Wechsel ist Zeit sparend im Parcours, weil viele Hund durch die  Drehung des Hundeführers schneller zu laufen beginnen und der Laufweg des Hundes (Kurvenradius!) verkürzt wird.
                                                                                                                                                                                                                   Beispiel: Ausgangssituation: Hund hinten links vom Hundeführer;

   Ziel: 90° Rechtsdrehung und Wechsel des Hundes auf die rechte Seite;
   Durchführung: 270° Linksdrehung des Hundeführers.

  • Der Französische Wechsel (auch blinder Wechsel oder Japaner genannt, Wechsel vor dem Hund) wird verwendet, um Mittels einer Drehung des Körpers die Führhand zu wechseln, dabei geht der Blickkontakt zum Hund kurzfristig verloren. Dieser Wechsel spart Zeit im Parcours, da man die Laufrichtung nicht ändert, wenn man sich weit genug vor dem Hund befindet.

Je nach Gegebenheiten im Parcours ist es manchmal notwendig, hinter  dem Hund zu wechseln (back cross). Dabei wird der Hund über ein Hindernis vorausgeschickt und hinter ihm seine Lauflinie gekreuzt. Der Wechsel hinter dem Hund wird meist nur eingesetzt, wenn kein anderer Wechsel möglich ist, da viele Hunde dadurch die Sequenz langsamer  bewältigen.

Kontaktzonenhindernisse

Einen besonderen Stellenwert nehmen die Kontaktzonenhindernisse ein. Diese Hindernisse haben gekennzeichnete Bereiche, die Kontaktzonen, die der Hund zwingend berühren muss. Sie wurden erdacht, um den Hund abzubremsen und damit die Belastung seiner Gelenke zu verringern. Der  Hund darf nun nicht mehr im weiten Satz auf- oder abspringen. Die Kontaktzonen sind farblich abgesetzt, die Farbe auch an den Seiten aufgebracht, damit ein Fehler besser erkannt werden kann. Die früher oft übliche Kombination gelbes Hindernis mit roten Kontaktzonen“ ist die  schlechteste Wahl, da der Hund diesen Farbunterschied kaum wahrnehmen kann. Neuere Hindernisse nutzen daher meist blau als Kontaktzonefarbe.

Größen- und Leistungsklassen

Gestartet wird je nach Regelement in 2 bis 4 Größenklassen, in die die Hunde nach Widerristhöhe eingeteilt werden:

                                                                                                                                                       Mini und Maxi (IRJGV in Deutschland)
                                                                                                                                                       Small, Medium und Large (FCI und IMCA international, VDH in Deutschland, SKG in der Schweiz, sowie ÖKV und ÖHU in Österreich)
                                                                                                                                                       Toy, Mini, Midi und Maxi (IFCS)

In den verschiedenen Größenklassen wird die Höhe der Hindernisse der Größe der Hunde dieser Klasse angepasst.

Je nach Leistungsstand der Teams starten diese entweder in einer der drei Leistungsklassen oder in Senioren- bzw. Beginner-Klasse. Die  Schwierigkeit wird gesteigert durch eine etwas größere Höhe der  Hindernisse, vor allem aber durch einen anspruchsvolleren Parcoursbau.  In den hohen Leistungsklassen ist es durchaus üblich, dass gerade hinter einem Hindernis ein weiteres steht, dass jedoch nicht im Anschluss an  dieses überwunden werden darf. Ebenso kann der Parcours dicht an  Hindernissen gerade vorbei führen. Hier ist eine saubere Führtechnik und äußerste Konzentration beider Teampartner gefragt.

Gesundheitliche Probleme

 

 Der komplette linke Vorderfuß hat Bodenkontakt nach dem Sprung über eine Hürde

Die gesundheitlichen Aspekte beim Agility stellt Dr. H.C. Schamhardt, ein veterinärmedizinisch orientierter Biomechaniker der Veterinär-Fakultät der Universität Utrecht in den Niederlanden, heraus. Ein Hund ist beim Agility nicht automatisch vor Überlastung  geschützt. Bei Sprüngen zeigt sich zum Beispiel eine Überdehnung des Vorderfußes, also der Hand (normalerweise läuft der Hund nur auf den Zehen ). Beim Absprung des Hundes vor Hindernissen kommt es dazu, dass der gesamte Vorderfuß aufsetzt, das Handgelenk wird überstreckt. Auf Fotos der Sprungphase sieht das aus, als sei die Pfote gebrochen. Es zeigte  sich aber, dass dieses durchaus zum normalem Bewegungsrepertoire gehört. Bei der Landung ist die Belastung um ein vielfaches höher. Als Abhilfe wird vorgeschlagen, hier den Hürdenabstand zu verringern, was den Hund verlangsamt; zusätzlich auch die Hürden zu erhöhen, was die Sprungwinkel steiler macht und zu einer physiologisch günstigeren Haltung des Hundes führt. Besondere Überlastungspotentiale bergen Sprünge in Verbindung  mit Drehungen.

Weitere Gefahrenmomente sind die Querlatten auf den  Kontaktzonenhindernissen, die zu Pfotenquetschungen führen können. Diese Kritik wurde in den neuen Bestimmungen berücksichtigt: die Wippe hat  keine Querlatten mehr, auf A-Wand und Steg müssen heutzutage die Leisten flacher sein und abgerundet, der Winkel der A-Wand ist nun etwas flacher. Schamhardt drängt auch darauf, die Rutschfestigkeit der Kontaktzonengeräte zu erhöhen. Ferner wird darauf hingewiesen, dass die  Hauptgefahren für Überlastungen nicht bei Wettkämpfen mit vergleichsweise ihren kurzen Belastungszeiträumen liegen, sondern im Training, wo die Belastungsintensität und -dauer meist sehr viel höher als bei Prüfungen ist.

Turniere nach VDH-Prüfungsordnung

 

 Agilitytunier - Blick auf das Veranstaltungsgelände

Teilnahmebedingungensetzung für die Teilnahme an offiziellen Turnieren ist die bestandene Begleithundeprüfung sowie der Nachweis der Tollwutimpfung. Ferner muss der Hund durch einen Chip oder eine Tätowierung  identifizierbar sein. Der Hundeführer muss in einem dem VDH angeschlossenen Verein Mitglied sein. Weiterhin sollte ein Haftpflichtversicherung bestehen. Ausländer müssen in einem FCI  angeschlossenen Verband sein, der Hund braucht keine Begleithundeprüfung.

Größenklassen/ Leistungsklassen

Um die Belastungen der Hunde zu verringern wird in drei Größenklassen gestartet:


                                                                                                                                                 Small (S) Schulterhöhe, Widerrist kleiner als 35 cm
                                                                                                                                                 Medium (M) 35 bis 42,99 cm
                                                                                                                                                 Large (L) ab 43 cm

Um leistungsgerecht zu starten, haben sich 3 Leistungsklassen  bewährt, die mit A1 bis A3 bezeichnet werden. Daneben gibt es noch A0 für Beginner und eine Klasse für Senioren.


                                                                                                                                                       A0 freiwillig, Mindestalter 18 Monate
                                                                                                                                                       A1 die unterste Leistungsklasse, Mindestalter                                                                                                                                                        18 Monate
                                                                                                                                                       A2 die mittlere
                                                                                                                                                       A3 die höchste
                                                                                                                                                       Senioren, Mindestalter 6 Jahre

AO nimmt eine Sonderstellung ein. Sie ist eine freiwillige Leistungsklasse und für Anfänger gedacht. Schon mit 18 Monaten kann ein  Hund in A0 starten, die Hindernisse sind dabei besonders niedrig. Der Parcours ist einfacher gestaltet als bei A1, Reifen, Slalom und Wippe  werden nicht mitbenutzt. Es bedarf keiner besonderen Leistung um nach A1 aufzusteigen.

Für den Aufstieg von A1 nach A2 (und später A3) benötigt es entweder 3 Nullfehler-Läufe und eine Platzierung unter den ersten Drei, oder 5 fehlerfreie Läufe innerhalb der Klasse, die von mindestens zwei  verschiedenen Leistungsrichtern bewertet wurden. Ein freiwilliger Abstieg nach einer Qualifikation ist möglich, danach sind die Qualifikationsbedingungen für den Start in der höheren Klasse jedoch erneut zu erfüllen.

Um die Belastung von älteren Hunden zu verringern und sie trotzdem an Turnieren teilnehmen zu lassen, wurde die Seniorenklasse eingeführt. Ab einem Alter von 6 Jahren können Hunde in der Seniorenklasse starten,  müssen aber nicht; der Überstieg fällt in das Ermessen des Hundeführers. Danach ist aber kein Start in anderen Prüfungsklassen mehr möglich. In der Seniorenklasse sind die Hindernisse niedriger, ferner entfallen die  Hindernisse Slalom und Reifen.

Agility, A-Läufe

Alle Hindernisse können verwendet werden. Es gibt eine Standardzeit, deren Überschreiten mit Zeitfehlern (pro Sekunde ein Punkt Zeitfehler; Zehntel- und Hundertstelsekunden werden in Zehntel- und Hundertstel-Fehlerpunkte umgewandelt) geahndet  wird. Das Überschreiten einer festgelegten Höchstzeit führt zur  Disqualifikation. Fehler und Verweigerungen werden mit einer  Punkteformel in Abzug gebracht. Es werden zwischen 15 und 20 Hindernisse aufgebaut, wobei mehrfach genutzte Hindernisse auch mehrfach gezählt  werden.

Jumping

In diesem Wettbewerb werden keine Kontaktzonenhindernisse, sondern nur Sprünge, Tunnel und der Slalom verwendet. Der Ablauf entspricht dem  der A-Läufe.

Spiele

Spiele unterliegen keinem festen Regelwerk und können vom  Veranstalter nach Bedarf gestaltet werden. Spiele fallen nicht unter die FCI-Bewertung.

Die Hindernisse laut FCI-Reglement im Einzelnen

Vorbemerkung zu den Höhenangaben

Entsprechend den Größenklassen der Hunde werden Hindernishöhen festgelegt. Für Trainingszwecke ist es sinnvoll, die Hindernisse über  einen noch größeren Bereich aber auch feiner einzustellen zu können. Die unten genannten Maße sind die Werte für Wettkämpfe.

Tisch

 

 Der Tisch

Der Tisch muss kippsicher sein und eine rutschfeste Oberfläche aufweisen.

Der Tisch ist bei Turnieren nur noch selten anzutreffen. Die Regel für dieses Hindernis ist folgende: nach Aufsprung auf den Tisch muss der Hund 5 Sekunden warten, ehe er auf das Zeichen des Hundeführers wieder abspringen darf. Ein zu frühes Abspringen ist ein Fehler und der Hund  muss den Tisch erneut absolvieren.

Höhe:                                                                                                                                              L (large) 60 cm
                                                                                                                                                       M (medium) 35 cm
                                                                                                                                                       S (small) 35 cm

Fläche, quadratisch:


                                                                                                                                                       mindestens 90 — 90 cm
                                                                                                                                                       höchstens 120 — 120 cm

Sprünge

Hürden

 

 Sprung über eine Hürde mit Stangen

Die Hürden bestehen aus den Seitenteilen und der Stange. Die Stange  darf nur lose aufliegen, sie muss bei Berührung herunterfallen. Neben der reinen Stangenhürde existieren verschiedene andere Formen: Besenhürde, Viadukt und Mauer; es gelten dafür die gleichen Abmessungen, und in jedem Fall schließt die Hürde oben mit einer Abwurfstange ab.

Hürden sind die häufigsten Hindernisse im Agilityparcour. Die je nach Größenklasse unterschiedlich hoch liegenden Stangen müssen vom Hund  übersprungen werden. Ein Abwurf ist ein Fehler der mit Fehlerpunkten gewertet wird, der Sprung wird nicht wiederholt.

Im Reglement sind 3 Höhen vorgesehen:
 


                                                                                                                                                       L: 55-65cm
                                                                                                                                                       M: 35-45cm
                                                                                                                                                       S: 25-35cm

Die Breite zwischen den Pfosten muss mindestens 120 cm betragen.

Reifen

 

 Sprung durch einen Reifen

Der Reifen muss durchsprungen werden, ein Springen neben den Reifen  aber innerhalb des Rahmens gilt als Verweigerung, das Hindernis muss  wiederholt werden. Im Gegensatz zu den Hürden gilt eine Berührung des Reifens im Sprung nicht als Fehler. Auslassen oder Durchspringen zum falschen Zeitpunkt führen zur Disqualifikation.

Der Reifen muss zum Schutz vor Verletzungen zumindest im unteren Teil verschlossen sein. Er wird durch Ketten oder ähnliche Vorrichtungen  höhenverstellbar aufgehängt; feste, starre Aufhängungen sind nicht erlaubt. Um die Standsicherheit zu gewährleisten, müssen die Bodenstreben etwa eine Länge von 2 m haben (die 1,5 fache Länge des Maßes vom Boden zur Reifenoberkante).

Durchmesser des Reifens: 45 bis 60 cm.
Abstand Boden - Reifenmittelpunkt:
                                                                                                                                                       L: 80 cm,
                                                                                                                                                       S und M: 55 cm.

Weitsprung

 

 Weitsprung

Der Weitsprung besteht aus zwei bis fünf Elementen, die in aufsteigender Folge in gleichem Abstand unbefestigt aufgestellt werden.  Zur Begrenzung werden an allen vier Ecken dieses Hindernisses Pfosten  von 1,2m Höhe aufgestellt. Das niedrigste Element von 15 cm steht  vorne, das höchste hinten. Der Weitsprung muss innerhalb der  Begrenzungsstangen bewätigt werden. Ein Umwerfen eines Elements ist ein Fehler, das Hindernis muss nicht wiederholt werden. Auslassen oder Überspringen in der falschen Richtung oder zum falschen Zeitpunkt führt  zur Disqualifikation.


                                                                                                                                                       Höhe der Elemente: 15 cm bis 28 cm mit entsprechenden Zwischengrößen.
                                                                                                                                                       Breite mindestens 1,20 m
                                                                                                                                                       Tiefe 15 cm, leicht abgeschrägt.

Länge des Gesamthindernisses:


                                                                                                                                                       L: 1,2 bis 1,5 m (4 bis 5 Elemente)
                                                                                                                                                       M: 70 bis 90 cm (3 bis 4 Elemente)
                                                          
                                                                                            S: 40 bis 50 cm (2 Elemente)

Slalom

AgiSlalom.ogg

 Slalom in verschiedenen Lauftechniken

 

 Slalom

 

 Abmessungen Slalom

Der Slalomparcours besteht aus 8, 10 oder 12 Stangen, die 3 bis 5 cm dick sind. Die Länge der Stangen beträgt 1,0 bis 1,20m, die lichte Weite zwischen den Stangen beträgt 60 cm.

Der Hund muss rechts von der ersten Stange das Hindernis betreten. Falsches Einlaufen ist eine Verweigerung, das Verlassen an einer falschen Stelle sowie das Auslassen einer Stange sind Fehler. Das Hindernis muss entweder ab der Fehlerstelle oder von Anfang an wiederholt werden, andernfalls kommt es zur Disqualifikation.

Kontaktzonenhindernisse

Bewertung von Kontaktzonen

Zu Beginn des Hindernisses und am Ende muss der Hund mindestens mit  einer Pfote die jeweilige Kontaktzone berühren, andernfalls wird das  Hindernis als Fehler bewertet. Auslassen und Überlaufen in der falschen  Richtung oder zum falschen Zeitpunkt führen zur Disqualifikation.

Laufsteg

 

 Laufsteg

Der Laufsteg besteht aus drei Elementen: den 2 Rampen und dem  Mittelteil. Die Rampen sind mit 20mm breiten, 5mm bis 10mm hohen  abgerundeten Leisten versehen, die im Abstand von 25cm befestigt sind, um den Aufstieg zu erleichtern. Der jeweils untere Teil der Rampen ist auf 90 cm andersfarbig markiert, um die Kontaktzone anzuzeigen. Die  Kontaktzonenfläche muss 10cm über die entsprechende Leiste hinausgehen. Der gesamte Laufsteg muss einen rutschhemmenden Belag aufweisen.


                                                                                                                                                       Höhe 120 bis 135cm
                                                                                                                                                       Breite der Lauffläche 30cm
                                                                                                                                                       Länge der Elemente: 3,60m bis 4,20m

Wippe

 

 Wippe

In Ruhestellung muss die Wippe auf der Seite am Boden sein aus der der Hund kommt. Die Balance wird folgendermaßen eingestellt: Auf das hohe Ende der Wippe wird ein 1 kg schweres Gewicht gelegt. Diese Seite muss nun innerhalb von 3 bis 4 Sekunden zum Boden kippen, und bei  Entlastung wieder zurückschwingen. Die Kippeigenschaften können durch  Ausgleichsgewichte eingestellt werden.


                                                                                                                                                       Breite: 30cm,
                                                                                                                                                       Länge 3,65 bis 4,25m, mit rutschhemmendem                                                                                                                                                        Belag. Kontaktzonen wie beim Laufsteg                                                                                                                                                                  jeweils 90 cm, keine Leisten.
                                                                                                                                                       Höhe 1/6 der Wippenlänge.

A-Wand

 

 A-Wand

Die A-Wand besteht aus zwei schiefen Ebenen, die die Form eines Dreiecks bilden. Die Kontaktzonen sind 106 cm lang. Die Verlattung und der  rutschhemmende Belag entsprechen dem Laufsteg
 


                                                                                                                                                       Breite mindestens 90cm, bei konischem                                                                                                                                                                  Verlauf dürfen unten 115cm erreicht werden.
                                                                                                                                                       Höhe für alle Größenklassen: 1,70m                                                                                                                                                                       Senioren und A0 Höhe 1,50m

Tunnel

Fester Tunnel

 

 Tunnel

Der Tunnel soll bei Benutzung am Boden fixierbar sein und muss in der vorgegebenen Richtung durchlaufen werden. Wer den falschen Eingang wählt, wird disqualifiziert. Auslassen oder Durchlaufen zu einem falschen Zeitpunkt führt ebenfalls zur Disqualifikation. Der Hundeführer muss hier besonders aufpassen, da der Tunnel anscheinend auf viele  Hunde eine besondere Anziehungskraft ausübt.


 
                                                                                                                                                    Durchmesser 60cm
                                                                                                                                                       Länge 3 bis 6m

Stofftunnel

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