Die Eigenschaften des Bouvier des Flandres sind so vielfältig wie bei keiner anderen Rasse. Unter anderem ist dies auf seine lange und beschwerliche Reise in unsere Zeit zurückzuführen (s.Herkunft). Klar zu differenzieren sind allerdings die tatsächlichen und ursprünglichen Eigenschaften und der Anspruch auf vordergründige, vermeintliche Eigenschaften, welche der Rasse niemals gerecht werden können. Prinzipiell ein Allrounder ist der Bouvier aber ob seiner ursprünglichen Verwendung ein Zeitgenosse, der  viel Geduld und noch mehr Fingerspitzengefühl verlangt. Wer auch immer anderer Meinung sein mag, sollte die Gelegenheit nutzen sich eingehender mit der Rasse zu beschäftigen. 

 

 

 

 

Kynologie des Bouvier des Flandres

 

 

 

 

 

Die Kynologie des Bouvier des Flandres weist einige Besonderheiten auf, die leider viel zu sehr vernachlässigt werden. Für den heutigen Standpunkt und als Zuchthilfe wird der Bouvierstandard der FCI verwendet, dort sind auch Maße und Gewichte zu entnehmen. Auszugsweise wird auf dieser Website in verschiedenen Kategorien noch darauf zurückzukommen sein.                                                                                                                                            Verweisende Links : Trend - Müll - Gebrauchshund - Herdenschutzhund - Standard

 

 

 

 

                                                                                                

 

Der Bouvier des Flandres früher und heute

         Bouvier des Flandres               früher                                                                      heute

 

 

 

 

 

Im Gegensatz zur ursprünglichen Form der Molosser, wie auf den Bildern der Seite Herkunft zu sehen, hat sich der Bouvier wegen seiner Verwendung als quadratischer und ob seines Gewichts extrem wendiger Hund entwickelt. Der kurze, gerade Rücken und die steilen Winkelungen in Verbindung mit einer auf breiter Brust gebauten Vorhand erlauben schwierigste Bewegungen ( Haken schlagen usw., kräftige Sprünge aus dem Stand ) spielend zu meistern und Gewichte bis zum 8-fachen seines Körpergewichtes zu ziehen.  Das Fell ist (sollte sein) harsch und rauh mit einer dichten Unterwolle und bedarf bei Hausgebrauch einer regelmäßigen, aber nicht wie oft angenommen, besonders aufwendigen Pflege, es sei denn, man ist besonders penibel oder permanent auf Ausstellungen zugange                                                         

 

 

 

 

Wettereigenschaften

 

 

 

 

 

Der Bouvier des Flandres kommt mühelos mit jedem Wetter zurecht. Aufgrund seiner Herkunft aus wärmeren Regionen wie Nordafrika, Spanien und Griechenland ist der Bouvier klimatischen Unterschieden bestens gewappnet.  Die dichte Unterwolle schützt sowohl vor Hitze (Luftpolster), wie auch extremer Kälte. Sein harsches, rauhes Deckhaar hält Schnee und Regen von seiner Haut fern. Der Bouvier liebt Wasser, was aufgrund seiner körperlichen Konstitution auch auf eine Nähe oder gar Verwandschaft zum Perro Agua (spanischer Wasserhund), oder umgekehrt, deuten läßt.  Die immer wieder zu hörende Meinung, der Hund müßte im Sommer kurz geschnitten sein gehört wie vieles andere in den Papierkorb. Mehr dazu kommt in der Rubrik “Verwendung” zur Sprache.

 

 

 

 

Wesenseigenschaften

 

 

 

 

 

Eine große Bedeutung kommt den Wesenseigenschaften des Bouvier des Flandres zu, weil man ursprüngliche, immer noch vorhandene Eigenschaften in der Verwendung , Zucht und Ausbildung ignoriert. Siehe auch den Link auf der rechten Seite.  Welche Folgen dies haben kann, hat man an der Kampfhunddiskussion feststellen können, die den Bouvier als Molosser glücklicherweise nicht betroffen hat. Die Tatsache, daß der Bouvier nicht weit verbreitet ist und eine extrem hohe Reizschwelle besitzt, ließen Auswüchse, die es sicherlich gab und gibt, nicht dokumentieren. Uns liegen allerdings beweisbare Berichte vor, nach denen im Schutzhundesport befindliche Bouviers und deren Nachzuchten sehr unangenehm aufgefallen sind, nur weil man die wahren Wesenseigenschaften ignoriert hat. Fest steht in der Regel, daß nicht der Hund, sondern tatsächlich immer der Mensch der Verursacher war. Trotzdem sollte auch diese Tatsache nicht verschwiegen werden.  Auch in der Rubrik “Zucht” wird auf dieses Thema noch eingegangen.

 

Der Bouvier des Flandres ist eigentlich ein ruhiger, ausgeglichener, zurückhaltender Genosse mit einer enorm hohen Reizschwelle und einem ausgeprägten sturen Verhalten. Das bedeutet nicht, daß ein Bouvier kein Temperament entwickeln könnte. In der Entwicklung ein Spätzünder, ist es ratsam spielerisch mit der Ausbildung zu beginnen und erst mit über einem Jahr ernsthaft zu arbeiten, wenn sein Flegelalter vorüber ist. Er ist ein Überzeugungstäter, dem mit Druck nichts nachhaltiges beizubringen ist.     Ursprünglich dazu verwendet um Karren und Kähne zu ziehen und Rinder Haus und Hof und Familie zu bewachen, besitzt er einen Wehr- und Schutztrieb, der leider von vielen Hundesportlern und Züchtern in der Ausbildung nicht genügend wahrgenommen oder sogar permanent ignoriert wird. Der Bouvier ist es gewohnt nicht zu beißen, sondern die zu behütenden Rinder mit der Nase zu korrigieren, was darauf schließen läßt, daß der Beutetrieb nie besonders ausgeprägt war. Im sogenannten Schutzhundsport und Verpaarungen in der Zucht kommt es daher oft zu Fehlentwicklungen, die aber nicht dem Bouvier selbst anzulasten sind, sondern den Züchtern, die seine wahren Eigenschaften ignorieren. Die Familie ist für den Bouvier sein ein und alles. Mit Kindern ist er in der Regel ebenfalls problemlos. Von Fremden will sich der Bouvier nicht gerne anfassen lassen und gibt sich sehr zurückhaltend, ohne aggressiv zu werden. Er zieht sich eher zurück, was von Nichtkennern manchmal als ängstlich angesehen wird.

 

 

 

 

 

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