Über den Gebrauchshund

Definition - Beschreibung -Anmerkungen

Wie die Bezeichnung schon sagt, ist ein Gebrauchshund einer, den man für bestimmte Zwecke gebrauchen kann.

Die Bezeichnung wird aber immer mehr nicht für den der Rasse zugeordneten Zweck, sondern für alles mögliche schändlicherweise mißbraucht.

Es gibt lt. FCI rund 50 Kategorien, die offiziell als Gebrauchshund geführt werden, ohne jedoch einer bestimmten Rasse zugeordnet zu sein. Das heißt im Klartext, jeder Hund kann, sofern er die Anlagen besitzt, für jede dieser Verwendungen ausgebildet werden.

In Europa werden sogenannte Gebrauchshunde nur wenig mit ihren tatsächlichen Eigenschaften in Verbindung gebracht. Größere Ausnahmen sind hierbei hauptsächlich die Jagdhundrassen, wobei auch hier die Rassen sehr eingeschränkt eingesetzt werden.

Bouvier des Flandres im Einsatz als Rettungshund

Selbst in den Diensten von Wachmannschaften, Zoll und Polizei verwendet man lieber Hunde, deren Eigenschaften brauchbar sind, als sich auf solche zu verlassen, die allgemein als Gebrauchshund verwendet werden. Z.B. Deutscher Schäferhund, Dobermann, Rottweiler, Boxer, Malinois und auch Bouvier des Flandres. Für den professionellen Gebrauch zählen nur mehr die tatsächlichen Fähigkeiten.

Für die Zucht sollten allerdings zwingend andere Vorraussetzungen gelten. Hier sind die ursprünglichen Eigenschaften der Maßstab für die Verwendung und nicht das Ego einiger weniger Hundesportler, die nur für ihren eigenen Zweck züchten, die wahren Eigenschaften aber vernachlässigen oder gar nicht zur Kenntnis nehmen. Der Erfolg (Mißerfolg) liegt in der Beliebigkeit und ist züchterisch einfach nur dem Zufall überlassen.

Anders in den USA. Dort legt man immer mehr Wert auf ursprüngliche Veranlagungen, wie Herden treiben oder bewachen, Karren ziehen, Sucheinsätze und auch zu Therapiezwecken. Das liegt natürlich auch zum großen Teil an den geographischen und für den Gebrauch nötigen Vorraussetzungen. Allmählich finden sich auch in Europa wieder mehr Menschen, die sich auf diese Art die rassetypischen Merkmale erhalten wollen, was bei Sportlern leider sehr wenig auf Gegenliebe stößt.

Großversuche in Großbritannien erwiesen eindeutig, daß z.B. die sogenannten Schutzhundeigenschaften gleichermaßen in sogenannten Leistungszuchten, als auch in normalen Zuchten zum Tragen kommen. Um so verwunderlicher ist der ewig währende Wahn einiger weniger, die meinen, daß man Leistung an der Farbe der Papiere festmachen könnte. Wollte man dies ändern, wären langfristige, kompromißlose Auswahlverfahren notwendig, die ein einzelner Züchter nicht bewältigen könnte. Schon das Wort Inzucht ist heute im Bereich der sogenannten Züchter ein absolutes Tabu, nicht wissend, daß Rassen nur auf diesem Weg erschaffen werden konnten. Wie damit umzugehen wäre entzieht sich den meisten Züchtern jeder Kenntnis. Um es auf den Bouvier des Flandres zu bringen : Nur 0,1 Promille aller Bouviers sind im Schutzhundsport mit meist unterirdischen Ergebnissen engagiert. Gleichzeitig werden alle noch vorhandenen Eigenschaften permanent unterdrückt, zumindest nicht gefördert, sieht von einigen wenigen Züchtern ab. Für den Bouvier ergeben sich hier besondere Probleme. Das beginnt mit der Kynologie, über die Fellqualität und endet oft erschreckend in Wesensproblemen.

Diese Art der Beschäftigung hat auch einen ungeheuer positiven Nebeneffekt Durch das wieder Erstarken von fast verlorenen Eigenschaften vergrößert sich automatisch die Population mit positiven Elementen. So werden sowohl kynologische, wie auch für das Wesen und das Wetter relevante Züge verstärkt, die sich langfristig auch in den jeweiligen Zuchten niederschlagen. Vorraussetzung dafür ist allerdings immer die Kenntnis der Ureigenschaften der jeweiligen Rasse, was bei heutigen Züchtern in der Mehrzahl leider nicht vorzufinden ist. Zu oft fehlt auch das analytische Verständnis und das Fehlen von aktuellen Dokumentationen. In der kommerziellen Tierwelt findet man in der Literatur meist nur etwas, was ein anderer schon einmal niedergeschrieben hat. Viel kopiert und nichts erreicht. Auch hier gehen auf diese Weise viele nützliche Informationen verloren. Ein Versuch meinerseits ergab, daß sich kaum ein Züchter für neue Informationen interessierte, es sei denn , daß sie mit seinen eigenen Vorstellungen interpretiert werden konnten. Ein Umdenken kommt für die Meisten absolut nicht in Frage. Bequemlichkeit ? Egoismus ? Schade um die Fähigkeiten unserer Hunde.

Um dies alles in Kurzform zusammenzufassen :

Ein Sporthund ist ein Hund für den Sport, aber kein Gebrauchshund in ihm zugedachten Sinne.

 

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