Die Herkunft des Bouvier des Flandres

                                                                 Recherchiert und archiviert von Kurt Kaiser und Arthur Casey

 

 

 

Die ausführlichste Dokumentation über den Bouvier des Flandres die es je gab, mit vielen Querverweisen, Statistiken, Erläuterungen, Bildern und ausführlichen Dokumentationen

 

 

 

Ursprung

 

 

 

 

 

Um die Herkunft des Bouvier des Flandres zu ermitteln, war es notwendig eine genaue Bestimmung der Rasse durchzuführen, die Rückschlüsse zuließ, wo er ursprünglich geographisch zuzuordnen war. Unsere Informationen führten uns zu den Molossern. Im Rassestandard unter Fehlern, findet man genügend Hinweise auf seine molossoide Vergangenheit, deren Eigenschaften man heute  in vielen Fällen berechtigterweise, vermeiden möchte.
Die Tatsache, daß die meisten Molosser kurzhaarig und mit Stehohren dargestellt werden täuscht über den wahren Ursprung hinweg. Fotografien, Informationen aus Museen und die Verbreitung vieler anderer Hunderassen ließen mit der grundsätzlichen kynologischen Beschaffenheit letztendlich nur den Schluß zu : Der Bouvier des Flandres ist ein Molosser.  Zu vermuten ist die Nähe zum Mastino Espanol. Die Nähe zum Perro Agua zum Beispiel, einem spanischen Wasserhund, ist ebenso unverkennbar wie die Nähe zum Perro Canario .                                                                                                                               Für Informationen auf die Bilder klicken

 

                   Perro AguaDogo Canario

 

 

 

 

 

Die Entwicklung des Bouvier des Flandres hatte ihren Ursprung in Griechenland. Genauer in Epirus, dem heutigen Albanien. Dort ist heute der Sarplaninac zuhause, der ebenfalls zu den Molossern zählt. Der Sarplaniac ist ebenso ein Nachkomme der ursprünglichen Molosser wie unser Bouvier des Flandres. Davon ausgehend kann man annehmen, daß die Ursprünge bis mindestens 400 v.Chr. zurückgehen. Die Griechen unter Alexander dem Großen führten diese Hunde als Kampfhunde, als Zughunde und als Nahrungsreserve in dessen Feldzügen mit sich.

 

 

 

Epirus

 

 

 

Sarplaninac

Verbreitung

 

Griechen

In den punischen Kriegen kamen griechische Söldner in Karthago zum Einsatz, die Nachkommen dieser Hund mit sich führten. Zwangsläufig nahmen solche Hunde auch in Italien, vornehmlich auf Sizilien und in Spanien ihren Weg, 200 - 300 v.Chr.  

 

 

 

400 v.Chr.

Die Franken könnten schon um 250 n.Chr. Hunde auf ihrem Rückweg von Tarragona einige Hunde nach Flandern mitgebracht haben. Hinweise deuten auch auf eine Verbreitung unter den Mauren (um 700 n.Chr. - siehe auch. Perro Canario). Dann verliert sich über Jahre und Jahrhunderte die Spur der Molosser, die der Ausgangspunkt für viele Rassen, auch für den Bouvier war und sich im Nachhinein nur an Spanien festmachen läßt. Es ist die Zeit, in der sich der Bouvier möglicherweise durch Vermischung mit anderen Rassen ungefähr so entwickelt hat, wie man ihn später in Flandern vorfand. Zurückverfolgen kann man den Bouvier, wie er sich in der flandrischen Urform wiedergibt, erst wieder im 16.-17.Jahrhundert, in der Zeit der spanischen Eroberungen in Westeuropa und zu Beginn des 80-jährigen Krieges 1568 - 1648. Es gibt allerdings Hinweise, die darauf schließen lassen, daß die spanischen Eroberer auch schon am Ende des 15.Jahrhunderts ohne Absicht diese Hunde in ihre überseeischen Besitzungen in Nord-und Südamerika exportierten. Abbildungen von alten amerikanischen Bärenhunden und der Fila Brasiliero (seine selbständige Arbeitsweise und viele Eigenschaften sind dem Bouvier ähnlich) in Südamerika lassen auf eine Abstammung der spanischen Molosser schließen. Jetzt aber schon mit mittellangem Fell. Alle Hinweise deuten also wiederholt auf die Verbreitung durch die Spanier.

 

Spanier
Karthago

 

 

 

Wer den heutigen Rassestandard aufmerksam liest, wird feststellen, daß man bemüht ist die eigentliche Herkunft des Bouvier des Flandres nicht öffentlich zu machen.
Alle ausschließenden Fehler sind eindeutig auf den Molosser zurückzuführen.

 

 

 

 

Die Geburt des heutigen Bouvier des Flandres 1.Teil

 

 

Zum 2.Teil hier klicken

 

 

 

 

 

Brabant 1648. Von den Spaniern zurückgelassene Hunde werden ihren Eigenschaften gemäß von Bauern im französischen und belgischen Flandern als Hüte, -Treib oder Zughund, und auch als Wächter für Haus und Hof verwendet. Niemand macht sich anfangs die Mühe eine bestimmte Rasse zu züchten. Die vorhandenen Eigenschaften reichten vollkommen aus. Durch Vermischung wurden einige der Molossermerkmale zurückgedrängt. Das Fell, die Figur und das Gangwerk änderten sich. Der Hund ist überwiegend auf sich alleine gestellt und bei Wind und Wetter im Freien.

 

Mit dem Verschwinden der grossen Schafräuber Bär und Wolf verschwanden in Mitteleuropa auch die grossen wehrhaften Hirtenhunde, die nicht um die Herden zu hüten, sondern zu ihrem Schutz gegen Raubtiere und auch gegen Viehdiebe gehalten wurden. Auf alten Abbildungen werden diese grossen Hunde vom Hirten am Seil geführt, zum Treiben der Herden waren sie ungeeignet, denn sie hätten den Schafen schaden können. An Stelle dieser grossen wehrhaften Hunde traten gegen Ende des 17. Jahrhunderts mehr oder weniger kleinere, bewegliche Hütehunde. Es bildeten sich Lokalschläge heraus, aber in ihrer allgemeinen Erscheinung müssen diese Hunde in ganz Mitteleuropa ungefähr gleich ausgesehen haben. Es waren mittelgrosse, bewegliche Hunde, oft strupphaarig, manchmal stockhaarig, die meisten trugen aufrechtstehende Ohren, und wenn dies nicht der Fall war, wurden ihnen die Ohren oft recht kurz kupiert. Eine gelenkte Zucht fand nur im Hinblick auf die Gebrauchstüchtigkeit statt. Der Schäfer paarte diejenigen Hunde miteinander, die ihre Aufgaben am besten erfüllten, die anderen schieden aus. Diese Hüte-, Schäfer- und Bauernhunde waren der "Urformen", aus dem dann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele europäische Hunderassen herausgezüchtet wurden.

 

 

 

 

Bezeichnung der Rasse

 

 

 

 

 

Die offizielle Bezeichnung dieser Rasse - der Bouvier des Flandres - macht ein wenig nachdenklich. Es ist eine künstliche Definition erfunden von einigen französisch sprechenden Leuten, die nichts gemein hat mit dem ursprünglichen Namen der Rasse, noch mit der Sprache des Volkes, die es geschaffen hat. Die Rasse Schipperke z.B. kann sich glücklich preisen, daß der Hund  Schipperke und nicht "Kleiner Schäferhund von Brabant" oder so ähnlich genannt wird.

Die kynologische Autoren schreiben, dass die belgischen Bauern den Begriff "Bouvier" gar nicht verstehen. Die "Pikker 'oder' Piekhaar waren die Hunde die sie kannten. Daele-dictionary gibt hier Auskunft. Ein unwissender  flämischer Autor kynologischer Schriften hörte den Namen "Picard" und plötzlich sahen die Vieh-Viehtreiber eine mögliche Verwandschaft. Das Fell des Picard hatte hart zu sein. Die Erklärung ist einfach und das niederländische Van Daele-Wörterbuch gibt auch hier die Antwort. "Pikken 'oder' pieken 'bedeutet' Stachel, stechen". Pikker' ist nicht nur etwas das  sticht, sondern bedeutet auch "starker Kerl". Dies ist die Definition unserer Bouviers. Es ist richtig, dass seine Fellstruktur sich im Laufe der Jahre verändert hat, ebenso wie sein Charakter. Vielleicht ist er nicht mehr der echte "Pikker. Er sollte den alten Namen behalten ”Vlaamse Pikker" oder "Vlaamse Piekhaar".  Eine Mischung aus Ignoranz und Arroganz der Verbandspolitik hat leider etwas anderes beschlossen.

 

 

 

 

 

Ursprüngliche Beschreibung - Haltung - Erscheinungsbild

 

 

 

 

 

Überall auf der Welt haben Menschen die Bedürfnisse der Hunde für ihre Zwecke gehalten. Wo es viele Kühe gab, brauchten  Männer robuste Rinder-Treiber um das Vieh auf den Feldern zu halten und die Rinder hin und weg vom Stall, oder zum Schlachthof zu treiben. Warum und wie die Menschen kynologisch eine Rasse erkannten ist nicht bekannt. Es ist sicher, dass es eine Menge von Vieh-Treibern in Brabant (nördlicher  Teil Belgiens) gab, aber kein Wort darüber aufgeschrieben wurde. Die Ardennen (südlicher  Teil von Belgien) hatten sicher auch ihre Bouviers. Darüber wurden alte Texte geschrieben, aber nachweisen kann man das heute nicht mehr. Angeblich soll es sogar noch einen vollständigen Stammbaum geben. Nur die flämischen Kuhunde machten Geschichte.  Warum? War er ein Hund mit besseren Eigenschaften als die anderen?

Wir glauben, dass die meisten Menschen nicht den kynologischen Blick auf die Funktion der Hunde in den Vordergrund stellten. Etwas anderes muss ihre Aufmerksamkeit geweckt haben. Das rauhe Erscheinungsbild vielleicht? Die einsame Natur des Hundes, allein in den grandiosen flämischen Feldern? Als sie ihn fanden in den Städten und Dörfern der "Westhoek" (Nordküste Teil Belgiens), sah er weniger zivilisiert aus als er uns heute begegnet. Er hatte echte "Piekhaar ', ein härteres, kürzeres und stechendes Fell. Die Augenbrauen und Bart waren kürzer als die Haare an den Beinen und ließ ihn größer erscheinen.. Sie behandeln ihn nicht gut. Er konnte nie ins Haus kommen, nicht einmal in den Stall. Er hatte zu arbeiten. Tag und Nacht. Im Laufe des Tages auf den Feldern, nachts musste er Hof bewachen. Er hatte nicht einmal eine Hundehütte: ein schräges Brett gegen einen Baum oder an der Wand war sein einziger Schutz gegen Regen, Kälte und Wind. Die meiste Zeit wurde er angeleint und mußte sogar im Schlamm liegen. Über seine Nahrung, haben wir nichts erfahren. Es war aber anscheinend nicht viel, obwohl er stark zu sein hatte, weil ein Landwirt sich ein Pferd nicht leisten konnte. Man spannte ihn vor die Milchkarren oder  er hatte die schweren Mischräder von Butterfässern und auch Mühlen zu bewegen. In manchen Gegenden wurde er auch zum Ziehen von Lastkähnen (Treidelhund) eingesetzt Er hatte ein "echtes" Hundeleben ".

Kühe und Schafe sind schwierig zu hüten und zu bewegen und kann gefährlich sein. Auch muß man den Hufschlag mit einem geschickten Sprung vermeiden können.  'Piekhaar' hatte stark zu sein, schnell, imposant, gewandt, furchtlos, autoritär und niemals krank.  Er musste bei jedem Wetter arbeiten, musste stets bereit sein und folgsam, bereit seinem Chef zu gehorchen.. Schlussfolgerung: Er musste perfekt sein

 

 

 

 

Vergleiche und Verwandschaften

 

 

 

 

BULLBITERS & 'REKELS " Andere Länder haben auch ihre Rinder-Treiber. Laßt uns einige erwähnen ..der kleine British Welsh Corgi, der Rottweiler, der schweizer Sennenhund, Waliser Corgi. Mit seinem rauhen Fell ist der Bouvier eine Ausnahme. Woher hatte er dass "Piekhaar '? Ein Blick auf ihn und man erkennt, er ist breiter, stärker und schwerer als die  "normalen" Hirtenhunde.  Diese Qualitäten kann man nur in einer Gruppe bekommen: Den Molossern. In der Region wurden die Molosser (Doggen) vertreten durch die "Brabantse  Bullenbijters" (Bull-Beißer) und der "Matutin" oder "Rekels", die Wild gejagt und auch als Zughund verwendet wurden.. Die berühmten belgischen Cartdogs (sie waren nie offiziell als Rasse anerkannt) sind sicherlich mit einigen Chromosomen am Gen-Pool der  Bouviers beteiligt. Das erklärt die Unterschiede im Temperament zwischen den Bouviers und den "normalen" Hirtenhunden..
Der Bouvier ist kein reiner Molosser mehr. Um ein reiner Molosser zu sein müßte er die Mastiff - Eigenschaften besitzen. Über die anderen Zutaten des Gen-Schlüssels, gibt es eine Menge Geschichten. Meistens spielen die Briard und Picard die Hauptrolle in diesen Geschichten. Wir glauben nicht, dass die "stay-at-home-Landwirte weite und teure Fahrten unternommen haben um bestimmte Hunde zu bekommen. Sie könnten das rauhe Fell auch vom "Laekense Herder" (Laekenois oder Laeken Sherperd) mitbekommen haben.

 

 

 

 

Die keltische CONNECTION?  An der Grenze der "Westhoek", in Koksijde stand der "Abdij Ter Duinen" ("Abbey in den Dünen"). Es gibt keine Zwinger außer einigen Mauern und einem herrlichen Steinbau, an einem strategisch günstigen Ort, passend für einen großen Hund. Die Mönche, so erzählen die Chroniken, hatten eine gute Beziehung zur britischen Insel, besonders mit Schottland. Haben sie dort nicht den irischen Wolfshund und seinen schottischen Neffen, den Deerhound? Mit einem rauhen Fell, meist grau und gestromt? Wir wissen, dass die Hunde unter den Abteien ausgetauscht wurden und daß diese Hunde nicht so wie ihre Besitzer im Zölibat lebten. Ein keltischer Beitrag der Äbte, einige starke lokale "Rekels 'und ein bisschen Blut der Hirtenhunde. Nach einigen Jahrhunderten, könnte diese Mischung das  "Piekhaar" sein. Just um 1910, hat ein Hobbyautor etwas aus dem Französischen aufgeschrieben über die "Piekhaar”  Sie nannten ihn. . . . . .. . . . .  'Bouvier'   . . . . .

 

 

 

 

Die Geburt des heutigen Bouvier des Flandres 2.Teil

 

 

 

 

 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Kynologen in Belgien auf diese Bauernhunde aufmerksam. Vor allem zwischen der Lys und der Nordseeküste sollen sie recht zahlreich und in ziemlich einheitlicher Form vorgekommen sein. Sie waren Stock- oder rauhhaarig, derb im Knochenbau, aber unterschiedlich in der Grösse. Die Viehhändler bevorzugten grosse, die Bauern eher kleine Hunde, die man auch zum Wildern brauchen konnte. Einheitlich waren sie im Wesen. Sie waren misstrauische, aber äusserst wachsame und aktive Hunde. 1910 erschienen erstmals ihrer zwei auf einer Hundeausstellung in Brüssel, und 1912 wurde ein erster Standard aufgestellt.

 

 

 

 

Beckmann (1895) erwähnt unter den Belgischen Schäferhunden so ganz nebenbei einen unter dem Namen Berjots oder vieux Berjots vorkommenden, zotthaarigen Hund in den Ardennen, der seiner Meinung nach vom Berger de Brie abstammen sollte, von einem Bouvier des Flandres weiss er nichts. Auch bei Strebel suchen wir vergebens nach dem Flandrischen Treibhund. Er bildet in seinem 1905 erschienenen Werk den Kopf eines "Toucheur de Boeufs" ab; der Hund konnte aber sowohl einen Briard wie einen Bouvier darstellen. Strebel unterscheidet zwar deutlich zwischen dem "Chien de berger de Brie" und dem "Toucheur de Boeuf", demnach muss also um die Jahrhundertwende dieser Treibhund in Frankreich noch existiert haben. Napoleon soll übrigens auf seinen Kriegszügen solche "Toucheurs" zum Treiben und Bewachen der Viehherden (Proviant) mitgeführt haben. J. Oberthur (Le Chien 1949) sagt, dass diese rasselosen "Mastins" oder "Bouviers" genannten Hunde mit dem rauhen Pelz und dem Schnauzbart auch in Frankreich häufig vorkommen, so vor allem in der Normandie, der Haute-Bretagne und im Limousin, aber niemand in Frankreich habe sich die Mühe genommen, aus diesen Hunden eine Rasse zu züchten, das zu tun, sei den Belgiern vorbehalten gewesen. Die Beschreibung, die uns Strebel vom Toucheur de Boeuf gibt, ist äussert dürftig. Wir vernehmen von ihm nur, dass der Toucheur mässig langes, hartes Haar von schmutzig schwarzer oder schiefergrauer Farbe gehabt habe, dazu dunkel bernsteinfarbige Augen und aufrecht getragende Ohren. Aufgrund dieser Beschreibung auf den Bouvier de Flandres schliessen zu wollen, ist wohl kaum zulässig. Andererseits ist die Art des Rinderhütens, mit der Schnauze anstoßen (touchieren - Toucheur)) eine bouviertypische Eigenschaft, die für diese Art der Rinderhaltung auch absolut notwendig war. Wie schon zuvor beschrieben, wäre ein Hund mit ausgeprägtem Beutetrieb für die Viehhaltung nicht geeignet. Verschiedene Autoren, die sich mit der Herkunft des Bouviers befassen, erklären allerdings, dass darüber nichts Genaueres in Erfahrung zu bringen ist. Seine Ahnen waren Treibhunde aus Flandern, hier auch bekannt unter den Namen "Vuilbaard" (Schmutziger Bart) oder "Koehond" (Kuhhund).

 

Diese Hunde aus dem Jahre 1912 glichen allerdings weit eher einem etwas missratenen Briard als einem Bouvier des Flandres unserer Zeit, jedenfalls war damals der Unterschied zwischen einem Bouvier des Flandres und einem rauhharrigen belgischen Schäferhund (Typ Laeken) äusserst gering.

 

Nebst dem Standard für den Bouvier des Flandres wurde zur gleichen Zeit ein Standard für einen Bouvier de Roulers augestellt. Der "Roulers" war grösser als der Hund aus Flandern und zudem rein schwarz. Von ihm spricht heute niemand mehr, er ist vom deutschen Riesenschnauzer völlig verdrängt worden. Während des Ersten Weltkrieges wurde Flandern Kriegsschauplatz, und die Zahl der Hunde ging drastisch zurück. Einige wenige überlebten in der Gegend von Antwerpen und in den Niederlanden; mit ihnen begann man nach dem Kriege erneut mit dem Aufbau der Zucht. 1922 wurde in Belgien ein Klub für Flandrische Treibhunde gegründet und ein neuer Standard verfasst. Dieser Standard ist in seinen wesentlichen Punkten bis heute gleich geblieben, und trotzdem hat sich die Rasse stark verändert. Ein Beispiel mehr, wie unterschiedlich Standardbestimmungen ausgelegt werden können. Was man heute auf Ausstellungen sieht, das sind oft kaum mehr anspruchlose Bauernhunde, sondern Hunde, deren Haarkleid eine aufwendige Pflege erfordert, die teilweise manipuliert werden und die vor der Ausstellung einer gründlichen Trimmung unterzogen werden müssen. Auch die ehemals charakteristischen Stehohren sind verschwunden, der Bouvier hat heute kleine Schlappohren, die in seiner Heimat und in Frankreich ziemlich kurz kupiert wurden. Aus dem ehemaligen Gebrauchshund ist in der Breite ein "Show-Hund" geworden, der nur dann attraktiv wirkt, wenn er einer zeitraubenden Haarpflege unterzogen wird. Die ursprünglichen Eigenschaften als Gebrauchshund werden auf miserable Ergebnisse als reiner Schutzhund reduziert, die besten Eigenschaften als nicht förderlich abgetan (ob der Schwierigkeiten in der Zucht), oder schlichtweg verdrängt, obschon einige Preisrichter die alten Eigenschaften noch zu würdigen wissen (mehr dazu rechts im Bild).  Es bleibt nur zu hoffen, dass sich wenigstens einige Züchter wieder an den echten alten Gebrauchstyp erinnern, so dass Hund und Name wieder zusammenpassen und eine Einheit bilden. Mehr dazu in den Trends, den Eigenschaften, in der Verwendung und vor allen Dingen im Mülleimer.

 

Bouvier Rouler
                       
r

 

 

 

Anmerkung

Dem belgischen Armeeveterinär Captain Darby ist es zu verdanken, dass der Bouvier des Flandres über den ersten Weltkrieg gerettet wurde. Er war der Besitzer des Zuchtrüden “Nic de Sittengem”, der nicht nur zahlreiche Ausstellungen gewonnen hat, sondern auf den auch die meisten modernen Ahnentafeln zurückgehen

 

 

 

 

 

Parallelen

 

 

 

 

Perro Canario

 

 

 

 

 

Herkunft und Geschichte

Im spanischem Festland entstand im ausgehendem Mittelalter ein einheitlicher Hundetyp, der als kompromissloser Packer wehrhaften Wildes (Hirsch, Bär, Wildschwein), als Kriegshund, als Treiber und Packer an den Rinderherden und als Wach- und Schutzhund seine Funktion fand und auf diese selektiert wurde. Diese spanischen Doggen gelangten dann im Zuge der Eroberung Südamerikas auf die Kanarischen Inseln. Diese Alanos (spanisch für Dogge) wurden von den Konquistadoren als Kriegshunde mitgeführt. Viele dieser Hunde blieben aber auf den Kanaren, wo sie auch weiter gezüchtet wurden. Auf den Kanaren verloren sie viele ihrer typischen Aufgaben wie z. B. den Stierkampf, die Arbeit als Treiber und Packer der Herden, die Jagd auf wehrhaftes Wild, so dass sie fast ausschließlich nur noch als Wachhund Verwendung fanden. Auf den Kanaren erhielt die spanische Dogge den Zusatz „Canario“. Die FCI hat die Rasse am 4. Juni 2001 unter dem Namen „Dogo Canario“ vorläufig anerkannt.

Beschreibung

Der Dogo Canario ist ein urwüchsiger, robuster, Hund bis 68 cm, mit einem Gewicht von 40 bis zu 60 kg. Das kurze, raue, pflegeleichte Haarkleid ist gestromt oder falb. Auch kleinere weiße Abzeichen und Platten kommen vor. Die Stromungen reichen von schwarzgestromt über graugestromt zu braun bis falbgestromt, die Maske ist immer dunkel. Der ausgeprägte Schädel zeigt deutlich seine Zugehörigkeit zur Gruppe der Molosser. Dem Dogo Canario wurden traditionell die Ohren kupiert, was aber mittlerweile in Deutschland und vielen anderen Ländern verboten ist; allerdings finden wir auch hierzulande eine Anzahl kupierter Exemplare, da zur Auffrischung der hiesigen Blutlinien regelmäßig Hunde importiert werden müssen, um Inzuchtdepressionen vorzubeugen. Unkupiert weist der Dogo Canario mittelgroße, hängende Ohren auf. Sein Körperbau ist sehr muskulös und leistungsfähig.

Wesen

Vom Charakter wird er als ruhig, ausgeglichen, geradeheraus, nerven- und triebstark bezeichnet. Er gilt als guter Wach-, Schutz-, Sport- oder Familienhund mit einem überzeugenden Wesen.

Funktion

Heute wird der Hund in erster Linie als Familien-, Wach- und Schutzhund gesehen. Des weiteren hat er sich auch als Diensthund der verschiedenen Sicherheitskräfte etabliert. 

 

Bouvier
Dogo Canario

 

 

 

Kurzbeschreibung Perro Agua

 

 

 

 

Die Heimat dieses Hundes ist Spanien, vor allem ist er in Südspanien/Andalusien verbreitet. Man unterteilt ihn in drei verschiedenen Typen, den des Nordens den sogenannten: Perro del Cantábrico, den Typ Marismeño und den Typ Sierra, der am häufigsten in Andalusien anzutreffen ist. Über seine Herkunft gibt es zwei Theorien: Nach der einen sollte er von den Mauren aus Nordafrika mitgebracht worden sein, nach der anderen sollen Türken diesen Hund bei der Ausfuhr von Merinoschafen mitgebracht haben.

Beschreibung

 Perro de Agua Español ist ein mittelgroßer Wasserhund und wird bis 50 cm groß und 22 kg schwer, dabei wohlproportioniert: der Hund soll länger als hoch sein. Sein Fell ist immer gelockt und wollig in der Textur, wenn es länger wird, können sich Zotten bilden wie bei einem Puli oder Komondor. Er ist eine „nichthaarende“ Hunderasse und bedarf keiner Fellpflege, wie Kämmen oder Bürsten.

Wesen

Spanische Wasserhunde gelten als intelligent, lern- und arbeitsfreudig, sie sind sehr gehorsam und einfach zu erziehen. Die Hunde schließen sich eng an ihre Menschen an, sind freundlich, fröhlich, treu und unternehmungslustig, für Kinder sind sie unermüdliche Spielgefährten. Sie sind robuste und anpassungsfähige Hunde, sportlich, schnell, geschickt und ausdauernd. Fremden gegenüber ist er eher zurückhaltend, hat er Vertrauen gefasst ist er ein unkomplizierter Hund.

Rassespezifische Erkrankungen

Beim Perro de Agua Español kann, wie bei allen mittelgroßen und großen Hunderassen, die  Hüftgelenksdysplasie (HD) vorkommen. Daher dürfen in Deutschland nur geröntgte Elterntiere für die Zucht verwendet werden. Gezüchtet darf laut Vorschriften des VDH bis zu einem Grad der HD-C, der Partner muss dann HD-frei sein. Bei der Rasse wurde auch prcd-PRA nachgewiesen, eine erblich bedingte Augenkrankheit, die zum Erblinden führt. Durch Gentest könnten die Träger ermittelt und Konsequenzen für die Zucht gezogen werden. Weitere Probleme sind Ohrenentzündungen, die durch die stark behaarten Schlappohren gefördert werden.

Verwendung

In Spanien werden sie immer noch eingesetzt als Hütehunde, als Stöberhund und Apportierhunde für die Jagd und als Helfer der Fischer. Heute wird er in fast allen Bereichen eingesetzt, als Rettungshund, Spürhund für Drogen, Sprengstoffe oder Brandbeschleuniger, ja sogar als Schutzhund.

Letztendlich ist er ein sehr guter Familienhund, der allerdings wie alle Arbeitshunde ausreichend Bewegung und Beschäftigung braucht. Hundesport und die Wasserarbeit fordern ihn seinem Wesen entsprechend. 

 

Bouvier
Perro Agua

 

 

 

 

 

 

 

Foldoutmenue Horizontal

 

bouvier des flandres vom wilden süden bouvierworld

bouvier des flandres vom wilden süden - bouvierworld
Seiten Zoom
Strg-Taste gedrückt
halten
mit - verkleinern
mit + vergrößern
oder mit Scrollrad
der Maus ändern

 

 

 

Giftwarnkarte