Schutzhund

Als Schutzhund bezeichnet man einen Haushund, der die Schutzhundausbildung durchlaufen und mit einer Reihe von Prüfungen (IPO) erfolgreich abgeschlossen hat; das Tier ist danach zum Schutzdienst qualifiziert.

Die Schutzhundausbildung sowie die anschließenden Prüfungen können prinzipiell Hunde aller Rassen absolvieren und hat mit der Verwendung als Gebrauchshund im wesentlichen nichts zu tun. In Großbritannien ist der Schutzhundsport verboten

Ausbildung

 Gismo-Bichette Vom Wilden Süden

 Frei folgender Hund beim Gehorsamstraining

 

 Bewachungsphase beim Schutzdienst

 

 Schutzdienst-Arbeit mit dem Ärmel

 

 Start der Suche bei der Fährtenarbeit

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Diesen Teil mit Eigenschaften und Verwendung des Bouvier des Flandres vergleichen

Die Ausbildung eines Schutzhundes soll schon in jungen Jahren  beginnen. Dort wird der Beutetrieb des Hundes angesprochen, damit er später den Schutzärmel als Beute ansieht und in diesem Trieb ausgebildet werden kann. Dabei ist es schwer, dem Hund im Trieb Gehorsam zu vermitteln. Um die nötigen Befehle, aber auch das Verbellen und andere Fähigkeiten zu erlernen, ist es aber nötig den Hund in diesem Trieb zu halten und ihn nicht etwa wie in der Unterordnung zu beruhigen. Dabei  muss man jedoch ein weiteres Mal entscheiden, welche Art von  Schutzhundausbildung man beschreibt. Die verbreitetste ist die  sportliche Schutzhundeausbildung, bei der Schutzhundprüfungen abgelegt  werden und die hauptsächlich aufgrund von sportlichem Ehrgeiz und Spaß an diesem Sport absolviert wird.

Im Sport geht es vor allem darum, den geführten Hund zu einem absolut sicheren, zuverlässigen und auch in Extremsituationen völlig gehorsamen Begleiter zu trainieren. In IPO geführte Hunde sind (sollten) daher meistens wesentlich  selbstsicherer, ruhiger und besser zu führen als ihre nicht  ausgebildeten Artgenossen. Heute bildet man die Tiere immer mehr  ausschließlich über Motivation und Spiel ohne wesentlichen Druck aus.  Der Hund im Sport lernt nicht, wie oft falsch dargestellt, einen  Menschen zu beißen, sondern kann seinen Beutetrieb artgerecht ausleben, sofern er keinen ausgeprägten Wehrtrieb besitzt. Im Sport werden die Hunde ausschließlich auf den Ãrmel des Helfers fixiert; außerhalb des Hundeplatzes und ohne den Ãrmel sollte ein  ausgebildeter Sportschutzhund keinen Menschen angreifen -im Gegenteil. Er reagiert laut Statistiken wesentlich nervenfester auf neue,  ungewohnte Situationen.

Jedoch genießt auch ein Polizeihund eine Schutzhundeausbildung als Teil seiner Ausbildung, die aber wesentlich komplizierter aufgebaut ist  und meist auch schneller vonstatten gehen muss als bei einem im Sport geführten Hund. In der Ausbildung des Polizeihunds geht es letztlich nicht um das Spiel mit dem Helfer um die Beute Ãrmel wie im Sport, sondern tatsächlich darum, einen Täter im Ernstfall stellen zu können:  Im Polizeihundbereich wird der Hund darauf trainiert, gezielt Menschen  zu stellen, im Notfall auch anzugreifen, und auf Befehl des Hundeführers auch ohne Zögern wieder abzulassen.

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Prüfungen: IPO

Die Schutzhundprüfung (SchH) wurde in einigen Ländern durch die Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde (VPG - jetzt IPO) ersetzt; die Prüfungsinhalte umfassen in allen Stufen die drei Sparten Fährtenarbeit, Unterordnung (Gehorsamstraining) und Schutzdienst; die Prüfungsinhalte werden in der Prüfungsordnung des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) festgelegt. Zugelassen sind Hunde aller Rassen, sowie Mischlinge.

Zum Bestehen der Prüfung müssen in jeder Sparte mindestens 70 Prozent der Punkte erreicht werden. Die maximale Punktzahl liegt bei 300. Die Bewertungen sind in Anlehnung an Schulnoten folgendermaßen gestaffelt:

  • vorzüglich:  286 Punkte;
  • sehr gut:  270;
  • gut:  240 Punkte;
  • befriedigend:  210 Punkte;
  • mangelhaft: < 210 Punkte.

Nach bestandener Prüfung erhält der Hundeführer das Ausbildungskennzeichen (AKZ); nach Absolvieren der Schutzhundeprüfung erster Klasse (IPO I) kann die nächsthöhere Klasse mit erhöhten Anforderungen angestrebt werden. In allen Prüfungsstufen  / IPO gibt es nach der neuen PO nur  noch die Freifolge.

Folgende Schutzhunde-Klassen gibt es:

  • IPO I: z.B. Eigenfährte 300 Meter, Freifolge, Bringholz, Voraus, Angriff auf den Hund, lange Flucht u.a.
  • IPO II: z.B. Fremdfährte 400 Meter, Laufschritt, Stehenbleiben aus der Bewegung, Angriff auf den Hund u.a.
  • IPO III: z.B. Fremdfährte 600 Meter, folgen frei, Sitz aus der Bewegung, Überfall u.a.

Daneben gibt es auch eine internationale IPO-Schutzhundeprüfung. Zurzeit sind beide Prüfungsarten angeglichen, es gibt nur minimale Abweichungen.  IPO-Hunde müssen sich grundsätzlich schussgleichgültig verhalten. Es werden folgende Klassen unterschieden:

  • IPO Klasse I
  • IPO Klasse II
  • IPO Klasse III

Mondioring

Eine oft stark kritisierte Variante des Schutzhundesports ist der Mondioringsport oder auch Ringsport, der weder von der FCI noch - in Deutschland - vom VDH anerkannt ist. Im angrenzenden Ausland  gibt es außerhalb des Mondioring noch Französischer Ring, Campagne,  Belgischer Ring und KNPV (die Prüfungen der Königlich Niederländischen  Polizeihundevereinigung), wobei sich diese Sportarten voneinander unterscheiden. Mondioring umfasst u. a. den simulierten Angriff von  vorne mit einem Stock (wobei der Hund beim Mondioring im Gegensatz zu VPG/IPO keine Schläge erhält, sondern lediglich bedroht wird), das Bewachen eines vom Richter gewählten Gegenstandes und die Führerverteidigung.

Der generelle Unterschied zum VPG ist, dass das Arbeiten am Kostüm geschieht, welches den Figuranten komplett schützt, im Gegensatz zum Arm beim Schutzhundesport. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass der Hund im Mondioring niemals selbständig angreift: Trotz Provokation  durch den Helfer darf der Hund erst auf das Kommando seines Hundeführers angreifen bzw. wenn der Hundeführer tätlich angegriffen wird.

Viele Gegner sehen im Mondioring nicht mehr das harmlose Armtraining des gewöhnlichen Schutzhundesports, sondern eine Verallgemeinerung auf  das Schema Mensch. Auch wird oft kritisiert, dass der Hund beim Mondioring weniger exakt arbeiten muss, da er eine größere "Angriffsfläche" zum Stellen hat. Beide Gegenargumente wurden bisher nicht weiter belegt.

Die Mondioringsportler argumentieren dagegen, dass beim  Schutzhundesport ohne jegliches Zutun des Hundes gearbeitet werde, der Hund also nur den Ãrmel angreifen und weiter nicht denken solle, wohingegen der Hund beim Mondioring die bestmögliche Angriffsfläche  suchen, also selbst denken und entscheiden müssen

Kathy Engels

VPG wurde komplett durch IPO ersetzt.

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